Veranstaltungskalender Sprengel

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THEO denkt LOGISCH! THEA auch!

Ist schon Ostern?

Einfach mal gute Nachrichten sprechen lassen, das wollte ich gerne in diesen Gedanken. Schließlich steht Ostern vor der Tür. Ich habe mir Mühe gegeben: in den Internetsuchmaschinen „gute Nachrichten“...

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Karfreitag - Ein Feiertag ohne Remmidemmi

An Karfreitag erinnern sich die Christen in aller Welt an ein trauriges Ereignis: die Kreuzigung Jesu. Warum ist das trotzdem ein Grund zum Feiern?

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Minus mal Minus gibt Plus

So habe ich das früher in der Schule mal gelernt und es ging mir in dieser Woche durch den Kopf. Relativ sprachlos macht ja der aggressive Wahlkampf des türkischen Präsidenten Tayyip Erdogan.

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Etwas Heißes im Advent

„Nicht alles wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird!“ Mit diesen Worten trösteten sich viele Menschen nach der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA. Und in der Tat:

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Wo ist der liebende Gott?

Die Welt ist aus den Angeln gehoben. Die quälende Frage eines Martin Luthers nach dem liebenden Gott, dem Gott der gnädig ist mit uns Menschen, diese Frage stellen Menschen heute in ganz anderer Weis...

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Tageslosung

Der HERR verstößt nicht ewig; sondern er betrübt wohl und erbarmt sich wieder nach seiner großen Güte.
Der Gott aller Gnade aber, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, aufrichten, stärken, kräftigen, gründen.
50 Jahre Grundordnung – 50 Jahre „Miteinander und Gegenüber“
Symposium würdigt Verfassung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck
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v.l.: Reinhard Bingener (FAZ, Moderator der Veranstaltung), Prof. Dr. Eckart Conze (Lehrstuhl für Neueste Geschichte Philipps-Universität Marburg), Bischof Prof. Dr. Martin Hein (EKKW), Prof. Dr. Wolfgang Huber, Dr. iur. Hendrik Munsonius (Kirchenrechtsinstitut der EKD, Göttingen), Vizepräsident Dr. Volker Knöppel (EKKW), Prälatin Marita Natt (EKKW)
Bild: medio.tv/schauderna

Im Jahr 1967 gab sich die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck mit der „Grundordnung“ ihre Verfassung. Anlässlich dieses Jubiläums veranstaltete die Landeskirche heute unter dem Titel „Miteinander und Gegenüber – 50 Jahre Grundordnung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck“ ein Symposium im Haus der Kirche in Kassel. Dabei wurden die theologischen, juristischen und zeitgeschichtlichen Aspekte dieses Ereignisses in den Blick genommen.

In seiner Begrüßung betonte Bischof Hein den prägenden Einfluss der Grundordnung auf die Landeskirche: „Erst durch die Grundordnung ist die Evangelische Kirche das geworden, was sie ist.“ Er konstatierte: „Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck ist ein eigentümliches Gebilde.“ Diese Einschätzung könne man auf ihre verwickelte konfessionelle Geschichte beziehen. Man könne aber auch zu diesem Urteil kommen, wenn man bedenke, dass die Landeskirche mehr als zwanzig Jahre mit einem Provisorium ausgekommen sei, indem an die Kirchenverfassung von 1923/24 ein von der Notsynode in Treysa verabschiedetes „Leitungsgesetz“ angehängt worden sei.

Der ehemalige Ratsvorsitzende der EKD, Bischof Prof. Dr. Wolfgang Huber (Berlin) beleuchtete die Ordnung der Kirche in theologischer Perspektive. Huber betonte, dass die kirchliche Rechtsordnung der Botschaft des Evangeliums diene und daher nachgeordnet sei.
Dabei sei das inhaltliche Prinzip kirchlicher Leitungsstrukturen die „unaufgebbare Einheit von geistlicher und rechtlicher Leitung“. Auch wenn die Grundordnung in den 50 Jahren ihres Bestehens nur vereinzelt verändert worden sei, gelte auch für sie: „Aus evangelischer Perspektive gibt es keinen Zustand, von dem aus es nichts mehr zu verändern gilt.“

Dr. Hendrik Munsonius vom kirchenrechtlichen Institut der EKD (Göttingen) befasste sich in seinem Beitrag mit der „Eigenart kirchlichen Verfassungsrechts“: Dieses sei „schlicht und pathetisch“ zugleich. Eine Besonderheit der Grundordnung seien die „Pathosformeln“, wie zum Beispiel „Leiten im Miteinander und Gegenüber“. Diese Formeln lösten durch ihre paradoxe Struktur eine Irritation und damit ein Nach- und Weiterdenken aus. Sie seien somit die „Einbruchsstellen in die Transzendenz des Kirchenrechts“. Die Grundordnung stelle den Einzelnen vor die Aufgabe zu prüfen, ob das eigene Handeln der kirchlichen Norm genüge und ob es zugleich auch dem kirchlichen Geist entspreche.

Der Marburger Historiker Prof. Dr. Eckart Conze ordnete schließlich die Grundordnung in den zeitgeschichtlichen Kontext ein. Bob Dylans Song „The Times They Are A-Changin‘“ aufgreifend erläuterte er, dass die Grundordnung in einem Jahrzehnt des Wandels entstanden sei. Die Gesellschaft habe sich soziokulturell verändert und politisiert. Die Kirche sei als „Kirche in der Welt“ integraler Bestandteil dieser Dynamik gewesen. Die Grundordnung selbst sei das Ergebnis eines kirchenöffentlichen, demokratischen Prozesses gewesen. Den früheren Bundeskanzler Willi Brandt zitierend sagte Conze: „Auf den Weg zur Grundordnung hat Kirche ‚Demokratie gewagt‘.“

Schwerpunkt der abschließenden Diskussion war die Frage nach notwendigen künftigen Veränderungen der Grundordnung angesichts des gesellschaftlichen Wandels. Huber gab zu bedenken, dass der Begriff der „Gemeinde“ inzwischen über die Parochialgemeinde hinaus reichen müsse. Auch Personal- und Profilgemeinden seien in den Blick zu nehmen.
Die Frage nach der Diskrepanz zwischen möglichen und von Gemeindegliedern real genutzten Beteiligungsformen wurde von Munsonius ins Gespräch gebracht. Gegen Tendenzen einer Konsumhaltung müssten partizipatorische Formen „zum Leben erweckt werden“. Huber ergänzte: „Recht in der Kirche ist dazu da, sinnvolle Beteiligungsformen zu ermöglichen“.

In seinem Schlussstatement wies Vizepräsident Dr. Volker Knöppel darauf hin, dass der Veränderungsdruck in den nächsten Jahren zunehmen werde. In diesem Zusammenhang dürfe es keine Frage geben, die nicht gestellt werden dürfe. Zuversichtlich schloss Knöppel mit den Worten: „Wir stellen uns in vielen Formen dem Veränderungsprozess!“

 

Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck
- Pfarrerin Petra Schwermann -
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